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Freitag, 25. Juli 2014

Wappen und Flagge

Wie ist eigentlich das weiße Pferd auf die Niedersächsische Flagge gekommen?

Kennst du Bücher oder Filme über Ritter? Ja? Dann sind dir bestimmt auch schon mal die Schilde aufgefallen, die die Ritter tragen und auf denen meistens ein Symbol, zum Beispiel ein Löwe, abgebildet ist. Aus diesen Schilden sind im frühen 12. Jahrhundert die Wappen entstanden - und deshalb hat ein Wappen auch die Form eines Schildes.
Schon damals haben die Ritter, die zusammen gehörten, das gleiche Symbol auf dem Schild gehabt. Bis heute werden Wappen zur Kennzeichnung von Personen, Familien und Ländern genutzt.

Die Familie der Welfen, die damals über weite Teile des heutigen Niedersachsens geherrscht haben, führten ursprünglich Löwen und Leoparden im Wappen - die Symbole ihrer mächtigen Verwandten, der englischen und dänischen Königshäuser. Im Jahre 1361 nahmen die Welfen daneben erstmals ein nach rechts schreitendes Pferd in ihr Siegel auf. Das Pferd galt als Wappenfigur des früheren Sachsenstammes.
(Siegel sind, genau wie auch die Wappen, persönliche Erkennungszeichen. Der Inhaber eines Siegels bezeugte mit seinem Siegel die Glaubwürdigkeit einer Urkunde oder eines Vertrags. Dazu wurde der Siegelstempel in weiches Wachs gedrückt. Es sah dann so aus, als ob das Wappen in den Wachs geschnitzt wurde.)

Verschiedene Geschichten und Überlieferungen besagen, dass schon der heidnische Sachsenführer Widukind (743 - 807) ein Pferd (allerdings ein schwarzes) in seinem Wappen hatte. Als Widukind im Krieg gegen Karl den Großen unterlegen war und den christlichen Glauben annahm, gab ihm König Karl ein weißes Pferd als Zeichen der Bekehrung zum christlichen Glauben.

Später fand man das weiße Ross im roten Schild in verschiedenen Formen in Wappen und Siegeln der Welfen wieder. Auch nach der Einverleibung des Königreichs Hannover in den preußischen Staat 1866 blieb das silberne Ross im roten Schild das Wappen der preußischen Provinz Hannover. Seit 1922 war das weiße Pferd im roten Feld auch alleiniges Wappenzeichen des Freistaates Braunschweig, der ebenso wie die Provinz Hannover im heutigen Land Niedersachsen aufgegangen ist.

Als das Land Niedersachsen 1946 gegründet wurde, übernahm der damalige Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf das Sachsenross mit der ehemaligen Hannoverschen Provinzialflagge als Hausflagge der Staatskanzlei (Weißes Ross auf rotem Flaggentuch). Mit der Verabschiedung der Vorläufigen Niedersächsischen Landesverfassung 1951 und des Gesetzes über Wappen, Flaggen und Siegel des Landes Niedersachsen 1952 wurde die heute geltende Regelung festgeschrieben.

Um die Zugehörigkeit Niedersachsens als eines der 16 Bundesländer zur Bundesrepublik Deutschland deutlich zu machen, zeigt die niedersächsische Landesflagge in der Mitte der deutschen Bundesflagge, als Landeswappen ein im roten Schild springendes weißes Pferd.

Literatur:
• Georg Schnath, Das Sachsenross, 2. Auflage, Hannover 1961.
• Harry D. Schurdel, Flaggen & Wappen Deutschland, Augsburg 1995.
• Peter Veddeler, Das Niedersachsenross – Geschichte des niedersächsischen Landeswappens, Hannover 1996.

Nun aber noch ein wichtiger Hinweis:

Das Landeswappen und das Wappentier dürft ihr nicht einfach so verwenden!!! Es gibt ein "Wappengesetz", in dem steht, dass das Wappen nur von Niedersächsischen Landesbehörden, zum Beispiel den Ministerien, verwendet werden darf.
Wenn ihr aber z.B. auf eurem Briefpapier zeigen wollt, dass ihr aus Niedersachsen kommt, dann könnt ihr dieses Zeichen hier benutzen:

Allerdings müsst ihr auch dafür bei der Staatskanzlei nachfragen. Bei www.niedersachsen.de findet ihr mehr Informationen, wie das genau geht.